Auslandspraktikum als Lebenserfahrung

Besonders viel Mut und Unternehmungsgeist bewiesen drei Schülerinnen der 4 AI, die den Sprachenzweig der HBLW Ried besuchen und die ihre Liebe zu Sprachen gleich in einem dreimonatigen Praktikum in England bzw. in Frankreich auslebten.

 

Die Ausbildung an der HBLW sieht nach dem 3. Jahrgang ein dreimonatiges Praktikum in der gehobenen Gastronomie vor. Katrin Ebetshuber und Magdalena Schachinger bewiesen Tatkraft und Eigeninitiative und suchten sich Hotels im Süden Englands, um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Iris Humer absolvierte ihr Praktikum in der Region der Loire-Schlösser in Frankreich.

Die HBLW führte mit den drei Sprachinteressierten das folgende Interview:

HBLW: Katrin, wie war dein Praktikum in England?

 

Katrin: Ich war schon vorher dreimal in England, liebe die Sprache und habe mich zunächst bei Jamie Oliver beworben. Nach einer – sehr netten – Absage habe ich vom Old Thorns Manor Hotel in Hampshire eine Zusage bekommen. Das Hotel in ländlicher Umgebung wird sehr gerne für Hochzeiten genützt und ich habe daher, was die gastronomischen Erfahrungen betrifft, vor allem Wein- und Bankettservice gelernt. Das Nonplusultra war aber die englischsprachige Kommunikation mit PraktikantInnen aus aller Welt. Das Arbeitsklima unter den MitarbeiterInnen war toll, und so haben wir oft auch die Freizeit gemeinsam verbracht, haben einander bekocht mit diversen Spezialitäten wie Wiener Schnitzel und Apfelstrudel.

 

Am Ende des Praktikums konnte ich gut Englisch, ja ich hab‘ sogar schon auf Englisch gedacht und geträumt, was sich natürlich auch auf die Schule sehr positiv ausgewirkt hat.

 

Zudem war ich drei Monate lang völlig auf mich alleine gestellt, musste kochen, waschen, bügeln und meine Selbstständigkeit hat einen deutlichen Schub erfahren.

 

HBLW: Magdalena, wie hast du das Praktikum erlebt?

 

Ich war im Chatsworth Hotel in West Sussex, einem alten, historischen Hotel am Meer, das mir eine Freundin aus der HBLW Ried sehr ans Herz gelegt hat. Ich kenne England von zwei Sprachwochen und mag die Sprache sehr, also habe ich mich für ein englisches Hotel beworben und sofort eine Zusage bekommen.

 

Besonders begeistert war ich vom internationalen Flair im Hotel, die MitarbeiterInnen kamen aus England, Frankreich, Spanien, Polen und Brasilien. Alltagssprache war selbstverständlich Englisch, und man bekam einfach einen immer größeren Wortschatz. Irgendwann brauchte man nicht mehr aus dem Deutschen zu übersetzen, sondern hat ganz selbstverständlich Englisch formuliert.

 

Meine Arbeitszeiten waren am Vormittag und am Abend, so konnte ich den Nachmittag am Meer genießen. Außerdem habe ich mich in der Freizeit öfters mit Katrin getroffen, wir haben diverse Städte unsicher gemacht, Schlösser und andere kulturelle Sehenswürdigkeiten besichtigt. Highlight waren zweieinhalb Tage in London.

 

Ich hab‘ jedenfalls durch das Praktikum meine Liebe zum Ausland entdeckt und werde sicher im Studium ein Auslandssemester absolvieren. Internationalität ist mir einfach ein hoher Wert geworden.

 

HBLW: Iris, wie waren deine Erfahrungen im Praktikum in Frankreich?

 

Ich war im Hotel Domaine de La Tortinière in Veigné in der Loire-Schlösser-Region. Das Hotel selbst ist ein altes Schloss, hat viel Flair und befindet sich in einem zwei Hektar großen, wunderschönen Garten.

 

Ich hatte vor allem KollegInnen aus Frankreich und aus Portugal, unsere Alltagssprache war Französisch. Ich habe Französisch ja doch in der Schule erst drei Jahre gehabt und hab‘ am Anfang schon eine gewisse Anlaufzeit gebraucht, um alles zu verstehen. Aber auch wenn’s am Anfang manchmal hart war, wir hatten tolle junge Chefs und ein ausgesprochen gutes Arbeitsklima. Da wir viele Gäste aus den USA hatten, hab‘ ich gleichzeitig mein Englisch trainiert. Persönliche Unterhaltungen mit Gästen gehörten bei uns nämlich zur Unternehmensphilosophie und waren ausdrücklich erwünscht. Deutsch habe ich in den drei Monaten praktisch nicht gesprochen.

 

Mir ist auch aufgefallen, dass wir an der HBLW die Sprachen sehr gut lernen. Wir konnten grammatikalische Strukturen besser als andere PraktikantInnen und haben uns auch beim Reden nicht schwer getan.

 

Jedenfalls kann ich allen HBLW-SchülerInnen nur wärmstens empfehlen, ihr Praktikum im Ausland zu absolvieren. Für mich war’s eine wichtige und sehr bereichernde Erfahrung.

 

 

Prof. Annemarie Chabrol, Französischlehrerin an der HBLW Ried, betont:  „Ich halte das Praktikum generell, und insbesondere das Auslandspraktikum für einen ausgesprochen wichtigen Ausbildungsteil an der HBLW. Unsere SchülerInnen lernen nicht nur sprachlich und gastronomisch in diesen drei Monaten sehr viel, sondern sie reifen auch in ihrer Persönlichkeit oft wirklich intensiv. Gerade die SchülerInnen, die im fremdsprachigen Ausland ihr Praktikum absolvieren, kommen als angehende „WeltenbürgerInnen“ zurück, sie haben einen Einblick in andere kulturelle Gepflogenheiten erhalten und haben Bekanntschaften und Freundschaften geschlossen, die sie über einen manchmal engen Horizont hinausblicken lassen“.