Direktor Mag. Bernhard Mayer geht in Pension

Nach 10 Jahren als Direktor der HBLW und Fachschule Ried geht Mag. Bernhard Mayer mit Ende August in Pension. Am letzten Schultag verabschiedeten sich auch die Schüler*innen von ihm zunächst mit dem Lied "Die guten Zeiten" von Vincent Weiß, wobei der Text von Prof. Nora Karl anlassgerecht adaptiert worden war ;-)

 

Anschließend bedankte sich die Schulsprecherin Jana Schlager für sein langjähriges Engagement. Gemeinsam mit den Klassensprecher*innen hat sie sich ein besonderes Geschenk zu seinem Abschied ausgedacht: Eine Schultüte, die dann Schritt für Schritt mit kleinen Pensionierungsgeschenken gefüllt wurde. Vom Buch bis zum Bierkrug sowie der einen oder anderen kulinarischen Köstlichkeit ist er nun bestens für den neuen Lebensabschnitt gerüstet.

Anlässlich seines bevorstehenden Ruhestandes haben wir Direktor Mayer um ein Interview gebeten. Wir wollten natürlich wissen, wie es ihm geht und wie er auf seine Zeit in der HBLW zurückblickt.

 

 

Herr Direktor Mayer, wie kam es dazu, dass Sie sich vor zehn Jahren dazu entschlossen haben, sich für die Position des Direktors an der HBLW Ried zu bewerben?

 

Ich war zu dem Zeitpunkt schon lange als Lehrer tätig und wollte mich noch mehr in die Gestaltungsprozesse und Organisation einer Schule einbringen, als man das als Lehrer im Unterrichtsalltag macht. Deshalb habe ich dann auch begonnen, mich in der Personalvertretung auf Landesebene und in der BMHS-Lehrergewerkschaft zu engagieren. Mit den Einblicken, die ich dadurch in das System Schule erhielt, ist auch das Interesse gestiegen, vielleicht auch selbst einmal die Leitung einer Schule zu übernehmen. Es hat sich dann ergeben, dass ich, nach der Pensionierung meines Vorgängers, am 1. Juli 2011 den Direktorposten an der HBLW Ried übernehmen konnte.

 

Wie war der Einstieg in dieses neue Aufgabenfeld? Gab es anfänglich Schwierigkeiten, sich in die Rolle des Direktors einzufinden?

 

Man wird auf die auf die Aufgaben, die einen als Direktor erwarten, kaum vorbereitetet und so ist es gerade am Anfang eine große Umstellung gewesen. Als Lehrer hatte ich immer mit Schülerinnen und Schülern zu tun, war im ständigen Austausch mit ihnen. Als Direktor ist man dafür zuständig, den Rahmen zu schaffen, damit die Schülerinnen und Schüler eine sinnstiftende Schulzeit haben. Dazu gehören hauptsächlich viele Verwaltungs- und Organisationstätigkeiten. Man beschäftigt sich viel mit schulischen Abläufen über das Schuljahr hinweg und hat viel weniger Kontakt mit den Schülerinnen und Schülern. Das hat mir gerade am Anfang sehr gefehlt. Mit dem damaligen Administrator Franz Silber, welcher auch ein Jahr davor die provisorische Leitung der Schule innehatte, hatte ich eine sehr kompetente Ansprechperson. Mit seiner Unterstützung und jener der Damen im Sekretariat, die die schulischen Abläufe besser kennen, als kaum jemand anderer, gelang es mir aber recht schnell, mich einzufinden und den neuen Aufgabenbereichen mit Freude und Motivation entgegenzutreten.

 

Und wie hat sich die Tätigkeit im Laufe der Jahre entwickelt?

 

Natürlich hat sich in den vergangenen zehn Jahren vieles verändert. Was ich persönlich sehr schön finde, ist, dass sich die Schule sehr stark zu einem Ort der Menschlichkeit und Gemeinschaft entwickelt hat. In meinen Augen ist die Schule heute weniger eine Behörde, als sie es zu früheren Zeiten noch gewesen ist. Ich sehe sie heute mehr als Gemeinschaft, in der alle beteiligten Personen ihre Beziehungen untereinander pflegen und Teamwork ein wesentlicher Faktor ist.

 

Personelle Wechsel, bedeuten auch immer eine kleine Veränderung für den schulischen Alltag und wie gewisse Dinge gehandhabt werden. Ein Beispiel hierfür ist die Pensionierung des Administrators Franz Silber im Vorjahr. Unser neuer Administrator hat wieder andere bzw. neue Ansätze bezüglich vieler Dinge.

 

Welche Meilensteine werden in Erinnerung bleiben, wenn Sie auf die vergangenen zehn Jahre zurückblicken?

 

Als ich als Direktor eingestiegen bin, war der Bau des Bundesschulzentrums bereits in vollem Gange. Diese Zeit war sehr fordernd, da die Planung und Organisation noch mein Vorgänger begleitet hat und ich quasi mittendrin eingestiegen bin 

 

Ein weiterer Meilenstein war mit Sicherheit auch die Einführung der standardisierten Reifeprüfung. Diese Verordnungen umzusetzen, war teilweise etwas schwierig. Auch diverse Änderungen bzw. Neuerungen im Lehrplan mussten wir ebenso an unserer Schule umsetzen.

 

Auch die Bildungsreform 2017, welche eine Umgestaltung des ganzen Systems bedeutete, hat für die einzelnen Schulen einiges verändert. Unter anderem wurden die Landesschulinspektoren durch regionale Bildungsdirektionen ersetzt. Ein Aspekt, der hier für mich auch noch erwähnenswert ist, ist die deutlich gestiegene Eigenständigkeit, die die Schulen und somit auch wir Direktoren durch diese Bildungsreform erhalten haben. Seither sind die Schulen viel autonomer in diversen Gestaltungs- und Organisationsbereichen.

 

Was wünschen Sie Ihrer Nachfolgerin für ihre Zeit als Direktorin?

 

Meiner Nachfolgerin wünsche ich viel Kraft und Energie für ihre neue Aufgabe. Als Direktor bzw. ab Herbst Direktorin ist man eine Art Knotenpunkt der gesamten Kommunikation einer Schule. Es ist auch wichtig, dass man das ganz bewusst wahrnimmt, weil sonst vieles an einem vorbeigeht. Man muss stets aufmerksam sein, um allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft ein offenes Ohr bieten zu können und die Schule so bestmöglich gestalten zu können. Als Direktor hat man auch die Möglichkeit, vielleicht entstehende „Knoten“ im Schulalltag zu lösen und somit Konflikte zu vermeiden und ein gutes Arbeitsumfeld für alle zu schaffen. Das geht auch mit Regulierungen und Verordnungen einher, die nicht immer von allen befürwortet werden. Als Direktor darf man sich selbst nie als Einzelkämpfer, sondern viel mehr als Teil einer Gemeinschaft sehen und auch anderen Sichtweisen die Chance auf Gehör geben. Es gibt an unserer Schule tolle Unterstützung, wie etwas durch das Sekretariat oder den Administrator. Ich bin überzeugt davon, dass meine Nachfolgerin dieser Aufgabe mehr als gewachsen ist. Wir haben im Laufe dieses Schuljahres viele Gespräche geführt und ich habe versucht, durch meine Erfahrung für sie den Einstieg etwas einfacher zu gestalten.

 

Was wünschen Sie den Schülerinnen und Schülern der HBLW Ried für ihre Zukunft?

 

Ich denke, sie haben während ihrer Jahre bei uns viel erlebt und gelernt. Und das sollen sie mitnehmen. Die Zeit der Jugend ist doch sehr prägend. Man hat während des letzten Jahres gemerkt, wie wichtig der soziale Aspekt von Schule auch ist. Ich wünsche mir, dass unsere Schülerinnen und Schüler vieles aus der Schulzeit mitnehmen und die Zeit bei uns als positiv in Erinnerung behalten. Dadurch dass unsere Schule eine sehr vielfältige Ausbildung bietet, haben die Schülerinnen und Schüler auch enorm viele Möglichkeiten. Sie können sich frei entscheiden, welche Richtung sie einschlagen wollen. Mit dem Abschluss der HBLW können sie sowohl direkt ins Berufsleben einsteigen oder aber auch studieren. Wir als Schule wollen einen soliden Grundstein für das Leben unserer Schülerinnen und Schüler bieten. Ich wünsche mir für alle, dass sie ihren Weg erfolgreich gehen und noch lange von ihrer Zeit an der HBLW Ried zehren können.

 

Werden Sie die Schule vermissen?

 

Ich werde die Menschen in der Schule vermissen. Die Schülerinnen und Schüler ebenso wie die Kollegen. Ich habe meine Tätigkeit als Direktor sehr gerne ausgeübt. Vielleicht wird mir auch die Möglichkeit der Mitgestaltung und Organisation der Schule etwas fehlen. Ich freue mich aber auch auf diesen neuen Lebensabschnitt und darauf, die Pension mit meiner Frau genießen zu können.

 

Direktor Mag. Bernhard Mayer mit Mag. Dr. Margit Parzer, die ab September die provisorische Leitung der Schule übernehmen wird.